„Medizinisch nicht heilbar!“

Erst eine konsequente Ernährungsumstellung brachte der 33-jährigen Erika ihre Gesundheit zurück


Erika Schweighofer fühlt sich nach sechs Jahren endlich wieder fit

Erika Schweighofer fühlt sich nach sechs Jahren endlich wieder fit

Erika Schweighofer wäre in einem Krankenhaus fast an einer Darmerkrankung gestorben. Die Behandlung in einer Spezialklinik, zu der ihr Vater sie auf eigene Kosten verlegen ließ, rettete ihr das Leben. Doch die Einnahme nebenwirkungsreicher Medikamente und eine eingeschränkte Berufsfähigkeit belasteten die einst agile Marketingfachfrau sehr. Erst mit Hilfe eines Ernährungsberaters gewann sie ihren Elan zurück.

Frau Schweighofer, Sie hatten sechs Jahre lang Darmprobleme. Wie lautete die genaue Diagnose?

Das war eine chronische Dickdarmentzündung, der Fachbegriff lautet Colitis ulcerosa. Sie geht einher mit chronischen Durchfällen, Blut im Stuhl, unsagbaren Bauchschmerzen, oft in Verbindung mit Fieber und Gliederschmerzen. Hinzu kommen viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Müdigkeit.

Wann haben Sie zum ersten Mal Symptome bemerkt?

Dieser Durchfall kam 2004 von heute auf morgen. Ich glaubte zuerst, Hämorrhoiden zu haben. Meine Mutter litt auch mal darunter, doch die hat es wieder wegbekommen. So schätzte ich das bei mir auch nicht so kritisch ein. Es wurde dann jedoch immer schlimmer. Ich zögerte den Arztbesuch allerdings über zwei Wochen hinaus, weil ich dachte: „Vielleicht ist es auch nur eine Magen-/ Darmverstimmung“, und das würde sich schon legen.

Doch das tat es nicht?

Nein, ich verlor auf einmal sehr viel Blut über den Stuhlgang und hatte starke Schmerzen. So bin ich zur Ärztin gegangen. Die hat mich sofort ins Krankenhaus überwiesen. Dort wurde eine Darmspiegelung gemacht und ich sollte gleich dableiben.

Wie wurden Sie behandelt?

Ich bekam eine Reihe von Medikamenten, vor allem Antibiotika. Und ich erhielt Infusionen und Cortison in einer sehr hohen Dosis.

„Was Colitis ulcerosa ist,
hat mir niemand erklärt.“

Wissen Sie noch, welche Medikamente Sie im Einzelnen erhielten und was in den Infusionen enthalten war?

In den Infusionen war ein Antibiotikum. Darüberhinaus erhielt ich Spritzen mit einem Magenschutzmittel sowie Spritzen mit Eisen und Cortison. Der hohe Flüssigkeitsverlust wurde mit einer Salzlösung ausgeglichen. Außerdem erhielt ich Tabletten mit dem Wirkstoff Mesalazin.

Wie lautete die Diagnose?

In dem Entlassungsschreiben stand „Colitis ulcerosa“. Doch was das genau ist, hat man mir beim ersten Klinikaufenthalt nicht erklärt. Ich bekam Medikamente mit und wurde nach Hause entlassen nach dem Motto: „Das wird sich schon wieder legen.“

Wie lange waren Sie im Krankenhaus?

Beim ersten Mal zwei Wochen. Dann war ich eine Woche zu Hause mit Fieberschüben und Schweißausbrüchen. Ich war nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu kochen oder den Haushalt zu erledigen.

Was genau ist zu Hause passiert?

Als ich entlassen wurde, bekam ich noch am gleichen Tag 40°C Fieber. Mein Hausarzt kam vorbei und hat mir Fieberzäpfchen gegeben, die auch geholfen haben. Drei bis vier Tage lag ich im Bett und habe vegetiert. Meine Mutter musste kommen und mich versorgen, meine Nachbarin hat mir geholfen. Ich konnte nicht länger als zwei bis drei Stunden schlafen, hatte alles nassgeschwitzt und bekam Durchfälle ohne Ende. Es ist kein Essen drin geblieben. Ich hatte auch fast keinen Hunger, ich konnte nichts essen

„Ich erhielt zwei Wochen lang
nichts zu essen.“

Was geschah dann?

Ich bin in ein anderes Krankenhaus gegangen. Dort bekam ich zwei Wochen lang nichts zu essen. Ich wurde mit Medikamenten, unter anderem Cortison, vollgepumpt. Ich erhielt keine Vitamine, keine Nährstoffe, nur Salzlösung, Cortison und Magenschutz und ein Medikament gegen Colitis ulcerosa. Das war im Großen und Ganzen die Behandlung. Nur auf großes Drängen hin bekam ich ein- oder zweimal eine Vitamininfusion. Dafür musste ich mit dem Arzt aber erst einmal diskutieren.

Wie fühlten Sie sich in diesem zweiten Krankenhaus?

Ich hatte während der ganzen Zeit Fieber und habe nie länger als zwei Stunden schlafen können. Die Ärzte weigerten sich, mir Fiebermittel zu geben, schließlich bat ich meine Mutter, mir Aloe-Vera-Saft zu bringen. So ging das Fieber langsam runter. Außerdem massierte sie mich täglich, weil ich am ganzen Körper Schmerzen hatte. Hinzu kam auch noch eine Lungenembolie, weil die mein Blut zu stark verdünnt hatten. Das führte im Übrigen auch dazu, dass mein Darm noch mehr blutete und ich immer schwächer und schwächer wurde. Ich konnte nicht mal mehr eine volle Tasse Tee halten, geschweige denn alleine auf die Toilette gehen oder mich waschen. Meine Mutter kam täglich für mehrere Stunden, um mir zu helfen. Ich verlor fast 15 Kilo Gewicht.

Hatte Ihre Familie Konsequenzen gezogen aus dieser mangelhaften Behandlung?

Ja, mein Vater hat dann gesagt, „Das geht hier in diesem kleinen Krankenhaus so nicht weiter.“ Und er möchte, dass ich in ein Krankenhaus komme, das auf diese Krankheit spezialisiert ist. Das war in der Nähe von Wien. Er ließ mich dorthin privat überstellen, das Ganze hat ihn 900 Euro gekostet. Die Ärzte hätten mich nie überstellen lassen. Sie sagten, erst muss das Fieber weg sein und dann können wir mal schauen.

Welche Erfahrungen haben Sie in der Spezialklinik gemacht?

Ich wurde da ganz anders behandelt. Es wurde sofort mein Blut verdickt. Sie haben meinen Stuhlgang untersucht, haben mir leichte Kost zu essen gegeben und eine eigene Ernährung für mich zusammengestellt. Und ich musste nach wie vor starke Medikamente nehmen.

Das Immunsystem
funktionierte nicht mehr

Wie lange waren Sie dort?

Genau zwei Wochen. In den ersten drei Tagen war nicht klar, ob ich es überhaupt schaffen würde. Die Ärzte hatten meine Eltern auf das Allerschlimmste vorbereitet. Die wollten mir auch einen Psychologen schicken, doch das lehnte ich ab. Dann hat eine Schwester eine Meisterleistung vollbracht und mir gesagt: „Sie müssen jetzt wollen.“

Wie muss man sich Ihren Zustand bei der damaligen Einlieferung vorstellen?

Ich war so schwach, ich konnte weder einen Kugelschreiber halten, noch die Bettdecke zurückschlagen. Ich hatte überhaupt keine Kraft mehr. Die Ärzte sagten, ich hatte weder weiße noch rote Blutkörperchen erzeugt. Doch geistig war ich voll da. Sie verabreichten mir auch Blutkonserven. Sie sagten, mein Immunsystem würde überhaupt nicht mehr funktionieren, es würde langsam absterben. Wenn man keine Blutkörperchen mehr produziert, wissen die ganzen inneren Organe wohl nicht mehr, was sie tun sollen.

Ging es Ihnen besser mit den Blutkonserven?

Ja, sie kurbelten mein Körpersystem wieder an, und somit ging es jeden Tag mit viel Mühe und vielen Medikamenten bergauf. Dann hatten sie mit den Blutinfusionen begonnen und am nächsten Tag konnte ich mich aufsetzen, fünf Schritte gehen und mit dem Essen beginnen. Außerdem gelang es dort endlich, dass ich mal durchschlafen konnte.

Sie waren auch dort zwei Wochen. Was passierte danach?

Danach war ich bei meinen Eltern, weil ich noch Hilfe benötigte. Es war genau zwei Tage vor Weihnachten. Ich dachte, ich könne wieder halbwegs normal essen und aß voller Freude. Doch in der Nacht erbrach ich alles und hatte schrecklichen Durchfall. Ein lieber Freund kam über Weihnachten zu Besuch, der mich mental unterstützte.

„Als junger Mensch
versteht man die Welt nicht mehr.“

Wie war das für Sie, dass Sie nach dem dritten Krankenhausaufenthalt immer noch diese gesundheitlichen Probleme hatten?

Ich war damals 27 Jahre. Als junger Mensch versteht man die Welt nicht mehr. Ich habe mich gefragt: „Warum gerade ich? Was habe ich verbrochen? Ich habe doch immer Sport gemacht, nicht geraucht, nicht getrunken und wenig Fleisch gegessen? Ich dachte, täglich Joghurt, frisch gekochtes Mittagsmenü und Salate, damit lebe ich doch gesund. Ich hatte zwar viel Stress im Beruf, doch ich empfand das als einen erfüllten Berufsalltag. Und ein abwechslungsreiches Wochenende war bei mir normal. Ich war eine junge Frau mit sehr viel Power.

Sie mussten zwischendurch immer wieder ins Krankenhaus. Wann war der letzte Aufenthalt? Im Januar 2010.

Was geschah in der Zwischenzeit?

Die Krankheit war nie weg. Immer wieder habe ich Schübe bekommen. Zwei Drittel meiner Haare hatte ich verloren, ich war aufgeschwemmt durch die Medikamente und ich kannte sechs Jahre lang nicht mehr das Gefühl, was es heißt, Kraft und Energie zu haben. Ich hatte jede Woche Schmerzen, Blähungen oder Durchfall. Nur mit einer sehr hohen Dosis von 70 bis 75 mg Cortison ging es mir gut. Die Menge von 20 bis 50 mg hatte nicht mehr geholfen.

Hat Ihnen irgendjemand gesagt, welche Ursachen Ihre Beschwerden hatten?

Nein, niemand. Die Ärzte hatten mir gesagt, es wäre eine psychosomatische Krankheit. Ich wurde neun Wochen in eine Rehabilitationsklinik geschickt, hatte Sitzungen bei Psychologen. Ein Burn-out ist natürlich dazu gekommen, weil ich ja weiter arbeiten ging. Ich hatte mich mit Medikamenten vollgestopft, doch meine Ernährung schon etwas umgestellt.

Wann genau gingen Sie arbeiten und wann war der Burn-out?

Ich ging nach den ersten drei hintereinander folgenden Krankenhausaufenthalten ganz normal arbeiten. 2007 diagnostizierte mein Hausarzt Burn-out und empfahl die Reha. Das machte ich auch, denn ich merkte im Berufsalltag, dass etwas mit mir nicht stimmte.

Was geschah nach der Reha?

Ich suchte eine Heilpraktikerin auf, die mit Bioresonanz arbeitet. Sie testete mich aus und meinte, ich solle die Milchprodukte weglassen. Das habe ich auch gemacht mit Ausnahme von Käse. Den habe ich ab und zu gegessen. Ich hatte Fleisch und Schwarzbrot ebenfalls reduziert. Daraufhin ging es mir schon etwas besser.

Sie wollte gesunde Kinder,
daher suchte sie weiter
nach der Lösung

Doch die Schübe hatten Sie trotzdem?

Ja die kamen trotzdem, also am Ziel war ich noch nicht. Ich war ungefähr einmal pro Jahr im Krankenhaus. 2009 waren es sogar drei Aufenthalte. Ich musste weiter starke Medikamente nehmen und man empfahl mir auf andere, noch stärkere Medikamente umzusteigen. Dabei wurde erwähnt, dass man bei einem dieser Medikamente keine Kinder bekommen dürfe bzw. wenn man welche bekäme, könnten diese Schäden durch die Nebenwirkungen bekommen. Da dachte ich mir: „Dieses Risiko werde ich nicht eingehen.“ Ich war noch jung und wollte irgendwann Kinder haben.

Gab es keine andere Alternative?

Ein anderes Medikament wäre zunächst mit wöchentlichen und dann mit monatlichen Infusionen verbunden gewesen. Und ebenso mit sehr vielen Nebenwirkungen bis zu Nierenleiden. Davon hatte mir ein Professor abgeraten und gemeint: „Sie sind viel zu jung.“ Dann gab es noch die Möglichkeit, den Darm heraus zu operieren. Davon haben mir jedoch ein Internist und ein Spezialist abgeraten, weil es dann meistens Probleme geben würde, und weil ich zu jung wäre.

Also keine echte Perspektive von ärztlicher Seite. Wie ging es weiter?

Ich habe immer nach Alternativen gesucht, mich mit Nahrungsergänzung beschäftigt, mal dieses Nahrungsmittel weggelassen, mal jenes, und immer nachgespürt, ob es mir dann besser ginge. Ich bin von Brot auf Reiswaffel umgestiegen. Es ist mir zwischendurch kurzfristig besser gegangen, doch dann kam es immer wieder.

Wie sah es mit Ihrer Arbeitsfähigkeit aus?

Weil ich so viel im Krankenhaus lag, hatte ich meine Jobs verloren. Ich war zu selten da und dann nicht hundertprozentig arbeitsfähig. Zwischenzeitlich musste ich von meiner Mutter immer mal wieder betreut werden, weil ich absolut nichts machen konnte. Also ich habe fünfeinhalb Jahre meines Lebens eigentlich Qualen erlitten. Trotz Schmerzmittel hatte ich Schmerzen und natürlich konnte ich auch keinen Freizeitsport mehr betreiben. Beim Skifahren bekam ich Schmerzen, also ich hatte Null Lebensqualität. Ich nahm immer zwischendurch Schmerzmittel, damit ich zumindest für ein paar Stunden vom Leid befreit war und mal spazierengehen oder sonst was machen konnte.

Doch Sie kamen dann doch noch auf die Lösung. Wie ging das vor sich?

Die Familie meines Freundes riet mir, eine homöopathische Arztpraxis aufzusuchen. Nach vierwöchiger Wartezeit konnte ich dort einen Termin wahrnehmen. Die beiden Ärzte waren sehr erfahrene Homöopathen und haben mich lange befragt. Sie wollten alles Mögliche wissen: Wie meine Kindheit war, welche Gewohnheiten ich hatte, die Krankheiten und Gewohnheiten der Eltern und vieles mehr. Allein diese Befragung hat eineinhalb Stunden gedauert. Sie haben mir dann die ersten homöopathischen Mittel gegeben, die mir schon mal sehr geholfen haben. Zwischenzeitlich war ich auch zur Akupunktur gewesen, die mir ebenfalls kurzfristig geholfen hat.

Wann fingen Sie mit der homöopathischen Behandlung an?

Im November 2009.

„Wenn mir das nicht hilft,
dann hilft mir gar nichts mehr.“

Doch den Durchbruch brachte das auch nicht?

Nein, nach einem Monat hatte ich wieder einen Rückfall und der Homöopath meinte: „Wir müssen die Homöopathie umstellen, das ist noch nicht das Richtige für Sie.“ Dann hat er Proben von meinem Stuhl entnommen und gemeint: „Wir werden davon eigene Bakterien züchten und eine Eigentherapie spritzen.“ Und das half langsam, es ging mir schon um einiges besser.

Wie würden Sie den Grad der Verbesserung durch die Homöopathie einstufen?

Ich würde sagen: Eine Verbesserung von 60 bis 70 %. Auch der Homöopath hat mir Ernährungsempfehlungen gegeben und unter anderem gesagt, ich solle keinen Salat, nichts Rohes essen. Alles kochen und den Fleischkonsum reduzieren. Also das war schon dem sehr nahe, wie ich mich jetzt ernähre.

Nun geht es Ihnen noch einmal ein deutliches Stück besser. Wie haben Sie das geschafft?

Ich ging immer in einen Bioladen und kaufte dort meine Zutaten ein, weil ich keine Produkte mit unguten Inhaltsstoffen oder E-Nummern haben wollte. Dort hatte ich einen Prospekt von dem Ernährungsexperten Jörg Krebber gesehen und mitgenommen. Allerdings nicht mit großer Überzeugung. Ich war auf so vielen Vorträgen über Ernährung und erfuhr von diesen ganzen Weisheiten und Ansichten. Eigentlich konnte ich es nicht mehr hören, denn keine dieser Ernährungsrichtungen hat bei mir zum Erfolg geführt. Am nächsten Tag hatte ich mir den Prospekt allerdings durchgelesen und erfuhr, dass der Ernährungsexperte selbst Morbus Crohn und Probleme mit dem Dünndarm hatte. Von diesem Zeitpunkt an war es interessant für mich und ich ging mit Spannung zum Vortrag. Von dem, was er dort sagte, war ich so begeistert, dass ich vor Freude geweint habe. Ich dachte: „Wenn mir das nicht hilft, dann hilft mir gar nichts mehr.“

Wann fand dieser Vortrag statt?

Ende März 2010. Eine Woche später hatte ich einen Termin für eine persönliche Beratung bei dem Ernährungsexperten. Ich bin zusammen mit einer Bekannten dorthin gefahren, die eine ähnliche Erkrankung hat wie ich. Er und seine Frau haben für uns gekocht und für mich hat er etwas Spezielles zubereitet und mir genau erklärt, wie ich zu Hause kochen muss.

Welche Empfehlungen haben Sie bekommen?

Unter anderem gibt es diese basische Druidensuppe, die entschlackt, jedoch auch das Immunsystem stärkt. Die habe ich mir gekocht und in den ersten Tagen gleich einen Liter davon getrunken. Am vierten Tag habe ich ihn angerufen, weil ich unendliche Kopf- und Augenschmerzen hatte, und ihn fragte: „Was ist da los?“ Er erklärte mir, dass ich entgifte, das wären verengte Gallengänge. Er meinte, ich könne das überprüfen lassen, es wird mir aber kein Arzt helfen können. Er schlug vor, sieben bis zehn Tropfen von dem Grapefruitkernextrakt zu nehmen und ihn nach 20 bis 30 Minuten wieder anzurufen. Das habe ich auch gemacht. Meine Schmerzen waren nach dieser halben Stunde tatsächlich weg.

„Die Darmsanierung
war ein deutlicher Schritt
nach vorne.“

Hatten Sie lediglich Ihre Ernährung umgestellt?

Nein, vier Wochen später habe ich die Darmsanierung bei dem Ernährungsexperten gemacht. Und bis dahin versuchte ich, so zu kochen, wie er gesagt hatte. Und täglich nahm ich diese Druidensuppe zu mir. Am Anfang hat mir das alles gar nicht so geschmeckt. Mittlerweile weiß ich, dass man alle Gerichte auch sehr lecker zubereiten kann. Und die Suppe gehört täglich zu meinem Standardprogramm.

Wie ging es Ihnen nach diesen vier Wochen?

Wieder ein Stückchen besser. Doch ich verlor immer noch Blut im Stuhlgang.

Die Darmsanierung ist sehr gründlich. War das in Ihrem Zustand ratsam?

Ich habe nicht diese Flüssigkeit mit Meersalz zu trinken bekommen, sondern einen Abführtee, der bei mir nach fünf bis sechs Stunden Wirkung zeigte. In der Tat konnte ich diese Darmsanierung nicht die ganze Woche durchhalten, weil mein Körper noch viel zu schwach war.

Wie haben Sie diese systematische Entleerung verkraftet?

Zwei Tage ging es mir nicht so gut, ansonsten ging es mir recht gut. Geschwächt war ich wie alle anderen auch.

Hatte die Darmsanierung Erfolg?

Die war ein deutlicher Schritt nach vorne! Ich war zwar die ersten Tage noch etwas schwach, doch ich hatte keine Schmerzen und auch keine Beschwerden. Und dann begann ich wieder so zu kochen, wie er mir das vorgegeben hatte. Alle Rezepte aus seinem Kochbuch durfte ich noch nicht kochen, doch mehr als in den ersten vier Wochen. Ich merkte auch selbst, manches vertrage ich gut, anderes weniger.

Konnten Sie während dieser Zeit Kontakt halten zu dem Ernährungsexperten?

Ja, wir waren regelmäßig in Kontakt. So fünf bis sechs Mal haben wir uns abgesprochen, wie ich mich weiterhin ernähren soll. Dann ging ich zu einem weiteren Vortrag von ihm und zu einem Kochseminar. Da habe ich wieder viel gelernt und konnte mich mit den anderen Teilnehmern austauschen. In dieser Zeit hat sich sehr viel getan.

Woran messen Sie das?

Meine Freunde und Bekannten, die mich mehrere Wochen nicht gesehen hatten, meinten, dass ich total verändert wäre. Ich hatte mehrere Kleidergrößen abgenommen. Durch das Cortison war ich sehr aufgeschwemmt gewesen und hatte 15 bis 18 Kilo zugenommen. Die waren im Zuge der Ernährungsumstellung weg. Vor sechs Jahren wog ich 63 Kilogramm, das habe ich jetzt wieder. Ich brauche weniger Schlaf, ich habe keine Schmerzen mehr. Ich habe zwar immer noch nicht durchgängig festen Stuhl, manchmal ist er fest, manchmal ist er weich. Hin und wieder mache ich auch etwas falsch und merke dies daran, dass es mir wieder schlechter geht. Auch wenn ich sündige oder auswärts gegessen habe, zeigt mir das mein Körper sofort. Ich bereue es spätestens am nächsten Tag.

„Durch die Ernährungsumstellung
bin ich wieder voll arbeitsfähig.“

Wie sieht es mit Ihrer Arbeitsfähigkeit aus?

Durch die Ernährungsumstellung habe ich mehr Energie. Ich bin wieder voll arbeitsfähig. Seit September 2010 gehe ich Vollzeit arbeiten. Mir geht es total gut. Emotional bin ich viel ausgeglichener. Vorher war das ein stetiger Wechsel von Hoch- und Tiefstimmung. Das hat auch meine Beziehung sehr belastet. Jetzt sagt mir mein Partner: „Unsere Beziehung ist schöner denn je.“ Und dass ich ein ganz anderer Mensch bin als vorher. Ich bin auch gelassener, ruhiger und rege mich nicht mehr so schnell auf. Ich habe wieder die volle Lebensqualität.

Hat sich irgendein Behandler oder der Ernährungsexperte zu der Ursache Ihrer Beschwerden geäußert?

Einerseits war die Ursache auch Stress. Ich war vor sechs Jahren Geschäftsführerin im Stadtmarketingbereich in einer kleinen Stadt. Das ging mit sehr vielen Überstunden einher und ich sehe jetzt im Nachhinein, dass ich für diese Tätigkeit einfach ein bisschen zu jung war. Es war auch eine Männerwelt und ich nahm mir alles sehr zu Herzen, ich wollte es allen recht machen. Das sollte man nicht.

Also handelte es sich auch um eine Übersäuerung?

Ja, Stress führt zu einer Übersäuerung. Und dann dieses schnell mal irgendwo etwas zwischendurch essen. Außerdem hat jeder Mensch Schwachstellen, und bei mir ist das der Darm. In meiner Familie bin ich die Einzige, die dort eine Schwachstelle hat. Meine Mutter beispielsweise hatte als Kind sehr wenig zu essen. Die Familie war arm, oft gab es nur Kräutersuppe, weil die Kräuter im Garten wuchsen – und meine Mutter ist kerngesund!

Nehmen Sie noch Medikamente?

Nein, nichts mehr – außer eines für den Dickdarm. Mit dem Medikament für den Magenschutz habe ich innerhalb kürzester Zeit aufhören können. Ich brauche kein Antibiotika und kein Cortison mehr, und keine Schmerzmittel. Ich habe seit der Ernährungsumstellung keine Schmerzen mehr.

Seit wann konnten Sie auf das Cortison verzichten? Geschah dies im Zuge der Ernährungsumstellung?

Nach dem letzten Krankenhausaufenthalt im Januar 2010, als ich nach über 6-monatiger Cortisondosis in der Höhe von ca. 70 mg beginnend nicht mehr runter kam, die Homöopathie mich schon weiter brachte und es mit und ohne Cortison das gleiche Ergebnis war. Da hörte ich langsam mit dem Cortison auf. Das war im Frühjahr 2010.

Haben Sie sich bei den Ärzten noch einmal vorgestellt?

Bis jetzt noch nicht, ich möchte noch einmal eine Blutuntersuchung machen lassen. Das Ergebnis will ich meinem Internisten zeigen. Ich habe ihm schon telefonisch von meinen Erfolgen berichtet.

Was genau möchten Sie ihm zeigen?

Ich hatte immer sehr hohe Leukozyten-Werte. Ein gesunder Mensch hat meines Wissens nach 4.000 bis 6.000. Ein chronisch-kranker Mensch hat 9.000 bis 11.000. Ich hatte die ganze Zeit 19.000 bis 25.000. Bei 18.000 bis 19.000 Leukozyten hatte ich Schmerzen, bei 25.000 hatte ich keine Schmerzen mehr. Im Januar 2010 kam ich mit 28.000 Leukozyten ins Krankenhaus, während meines Aufenthaltes dort stiegen sie aufgrund der Cortisongaben auf 35.000! So entstand der Verdacht auf eine Blutkrankheit, sogar Leukämie. Zur Abklärung wollten die Ärzte eine Knochenmarkprobe nehmen.

Wie war diese Hiobsbotschaft für Sie?

Ich war der Ansicht: „Das kann nicht sein, dass ich Blutkrebs habe.“ Da ich so verzweifelt war, meditierte ich drei Mal hintereinander bis Mitternacht mithilfe einer CD. Ich beruhigte mich selbst und habe versucht, mich nicht unter Stress setzen zu lassen. Am nächsten Tag war der Wert der Leukozyten interessanterweise wieder auf 26.000. Daraufhin haben die Ärzte von einer Knochenmarkuntersuchung abgesehen und mir gesagt: „Sie können nach Hause gehen, eine Bluterkrankung kann es nicht sein. Wir können Ihnen nicht mehr weiterhelfen. Nehmen Sie die homöopathischen Mittel, die Sie uns genannt haben, weiter. Sie sind medizinisch nicht heilbar.“

Steht das im Arztbericht so drin?

Ja, das steht drin.

Die Ärzte konnten Ihre gesundheitliches Probleme also nicht beheben. Wenn es nach denen gegangen wäre, würden Sie heute noch schwer verträgliche Medikamente nehmen müssen?

Ja.

„Ich habe es zu 90 % geschafft!“

Wie empfinden Sie Ihre Entwicklung heute?

Ich bin stolz darauf, dass ich so weit gekommen bin. Mein Eindruck ist: Ich habe es zu 80 bis 90 % geschafft und 10 bis 20 % noch vor mir.

Die Ernährungsumstellung verfolgen Sie nach wie vor sehr konsequent?

Ja, ich habe mir sogar einen Kräutergarten zugelegt. Ich bin jeden Tag in meinem Garten. Mein Freund hat mir aus der Türkei Kräuter mitgebracht und Öle. Er reist in der ganzen Welt herum und ich habe darum gebeten, mir keine anderen Geschenke mitzubringen, nur Kräuter und Öle.

Ist das nötig, dass Sie so viel kaltgepresstes Öl zu sich nehmen?

Laut Herrn Krebber hat mein Körper ein ganz enormes Bedürfnis nach diesen Ölen. Ich nehme auch nicht zu durch diese Ernährung. Ich kann essen, was ich will. Allerdings habe ich auch nicht mehr so viel Hunger. Ich habe ein enormes Durstgefühl und trinke während der Arbeitszeit drei Liter Flüssigkeit – Wasser und Tees, vor allem den basischen Kukicha-Tee. Da tue ich auch meine Kräutertropfen hinein.

Wie fühlen Sie sich heute?

Total fit. Ich schwitze nicht so viel wie früher und habe keine feuchten Hände mehr. Das einzige ist, dass meine Stimmbänder nicht mehr so belastbar sind. Berufsbedingt muss ich viel telefonieren und das macht sich dann an einer heiseren Stimme bemerkbar. Ich kann nur sagen; ein guter Homöopath, Jörg Krebbers Beratung, die Liebe eines Partners, die Unterstützung der Familie, sind Gold wert!

(Stand: Januar 2011)
Weitere Informationen über die Ernährungsweise nach Jörg Krebber erhalten Sie unter www.nahrungistmedizin.de.

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