Stress in Beruf und Privatleben verstärken die Symptome von Sodbrennen
Bei der 52-jährigen Carla S.* war das tägliche Sodbrennen so stark, dass sie ein permanentes Brennen auf der Zunge, im Mund und im Hals verspürte. Zu den körperlichen Symptomen kamen ein Burn-out-Syndrom und Depressionen hinzu. Dass es ihr jetzt nach einem Jahr deutlich besser geht, schreibt sie einer konsequenten Ernährungsumstellung zu, die unter anderem auf der Fünf-Elemente-Lehre beruht.
Frau S., Sie litten an sehr starkem Sodbrennen. Wissen Sie, welche Ursachen diese Beschwerden gehabt haben?
Bei mir ging dem Sodbrennen eine sehr schwere Erschöpfung voraus. Dieses Burn-out-Syndrom war verbunden mit einer depressiven Phase und schlug auf den Magen. Es ist normal, dass Burn-out Magen-Darm-Beschwerden mit sich bringt.
Ist das medizinisch so diagnostiziert worden?
Ja. Mein Hausarzt ist Internist. Er hat die Diagnose gestellt und mich zu einem Gastroenterologen überwiesen. Dieser hat eine Magenspiegelung durchgeführt. Da stellte sich heraus, dass ich eine Magenschleimhautentzündung und eine Speiseröhrenentzündung zweiten Grades hatte.
Der Gastroenterologe hat bestätigt, dass die Ursache die Erschöpfung ist, oder gibt es noch einen organischen Grund?
Ich habe darüberhinaus einen Zwerchfellbruch.
„Mir war klar,
dass ich meine Ernährung
umstellen musste.“
Wie ging es Ihnen zum damaligen Zeitpunkt?
Psychisch ging es mir sehr schlecht. Das ständige Aufstoßen hatte ein permanentes Brennen auf der Zunge, im Mund und im Hals zur Folge. Und ich litt täglich unter Magenschmerzen. Durch diese ewigen körperlichen Beschwerden ging es mir natürlich psychisch noch schlechter als ohnehin schon. Und die angeschlagene Psyche führte wiederum dazu, dass ich mich körperlich nicht erholen konnte. Also es war ein Kreislauf. Mir war jedoch klar, dass ich mir zumindest dadurch Entlastung verschaffen konnte, dass ich meine Ernährung umstelle. Denn dass das Ganze ein Übersäuerungsproblem war, das war mir zu dem Zeitpunkt bereits klar.
Jetzt noch einmal zurück zu diesem Burn-out-Syndrom: Wodurch wurde das ausgelöst?
Das hing mit dem Tod meines Mannes zusammen. Ich habe vor vier Jahren meinen Mann durch einen Gehirntumor verloren und hatte ihn vorher zwei Jahre gepflegt. Als er dann starb, bin ich unter dieser Erschöpfung zusammengebrochen. Allerdings muss man dazu sagen, dass mein Mann und ich vor dieser Gehirntumorerkrankung auch massiven Stress hatten. Das wiederum hing mit dem plötzlichen Tod seines Vaters zusammen, der meinem Mann und seinen Geschwistern ein großes Unternehmen hinterließ, bei dem sehr viel zu regeln war. Das hat uns Jahre gekostet. Und als wir dann dachten, wir sind jetzt aus dem Gröbsten raus, erkrankte mein Mann.
Und Sie hatten Ihren Mann gepflegt und nebenbei noch gearbeitet?
Ja, ich war halbtags berufstätig als Lehrerin, außerdem hatte ich unsere Tochter zu versorgen.
Als Sie Anfang 2009 Ihre Diagnose bekamen, was hat man Ihnen medizinisch geraten?
Säureblocker und Protonenpumpenhemmer, was die körperlichen Symptome anging. Und für die Psyche sollte ich Psychopharmaka nehmen.
„Ich finde, depressive Menschen
müssten als Erstes entsäuert werden.“
Was haben Sie davon in Anspruch genommen?
Also die Protonenpumpenhemmer waren richtig und die Psychopharmaka waren am Anfang auch richtig. Ich hätte sie nur nicht ständig nehmen wollen. Die Säureblocker zeigten bei mir gar keine Wirkung. Es war auch so, dass ich an einen sehr vernünftigen Arzt geraten bin, der mich erst einmal sechs Wochen in eine psychosomatische Klinik geschickt hatte, damit ich mal völlig rauskomme. Das war das Erste. Und dort hatte ich Zeit, mir Gedanken zu machen, in welche Richtung es für mich weitergehen soll. Was ich in dieser Klinik sehr schnell gemerkt hatte war, dass die Ernährung, die dort angeboten wurde, mir nicht weiterhelfen konnte. Ich hatte mich schon Jahre zuvor damit beschäftigt, was Übersäuerung im Körper anrichten kann und dass ich dieses Problem in den Griff bekommen muss, sowohl physisch als auch psychisch. Ich bin auch heute noch ein fester Anhänger davon, dass depressive Menschen als Erstes entsäuert werden müssen.
Ihnen war klar, dass bei Ihnen eine Übersäuerung vorlag, die Sie nur mit der richtigen
Ernährung in den Griff bekommen konnten. Wie sind Sie an eine hilfreiche Adresse geraten?
Über meine jüngste Schwägerin und eine Bekannte. Die kannten den Ernährungsexperten Jörg Krebber, und mit dem habe ich mich dann getroffen.
Was war das Ergebnis dieses Treffens?
Ihm waren die Ursachen der Erkrankung klar, als er meine Geschichte hörte. Er hat gesagt, man kann mit der Ernährung etwas bewirken, doch das geht nicht von heute auf morgen. Das wären Beschwerden, die sind über lange Zeit entstanden und die brauchen auch ihre Zeit, bis sie wieder verschwinden.
Wann fand dieses erste Treffen statt?
Im Juni 2009 nach dem Klinikaufenthalt.
Wie lauteten seine Ernährungsempfehlungen für Sie? Was durften Sie essen?
Nicht viel: Im Ofen gebackene Süßkartoffeln, Pastinaken, Karotten, Reis und Kuzu, das ist ein Bindemittel, Shoyu, diese Sojasauce und Ume Su. Damit habe ich angefangen.
Mehr nicht?
Von allem durfte ich essen soviel ich wollte, doch nur diese Zutaten.
Was war der Grund dafür?
Der Ernährungsexperte meinte, wir müssten vorsichtig sein und schauen, dass sich mein Körper ganz langsam in Richtung basisch bewegt. Daher habe ich das erst einmal eine Zeitlang so befolgt.
„Wenn Sie innerlich verbrennen,
sind Sie nur noch froh,
wenn Ihnen jemand sagt,
wie Sie da wieder rauskommen.“
Wie haben Sie das gemacht? Was haben Sie zum Frühstück gegessen?
Süßkartoffeln, Pastinaken, Karotten und Reis. Das geht alles, wenn man muss. – Wenn Sie innerlich verbrennen, dann sind Sie nur noch froh, wenn jemand zu Ihnen sagt: „Pass auf, ich habe eine Idee, wie Du da wieder rauskommst.“
Hat diese strenge Diät etwas bewirkt? Wann haben Sie das erste Mal eine Veränderung gespürt?
Nach circa sechs Wochen merkte ich eine erste Erleichterung. Vor allem verbesserte sich meine Verdauung und ich spürte, dass ich wieder mehr Kraft bekam.
Wie ging es weiter?
Im September 2009 war ich eine Woche auf einem Ernährungs- und Kochseminar mit Herrn Krebber. Da hat er mir Stück für Stück beigebracht, in welche Richtung meine Ernährung gehen sollte. Es war z. B. wichtig, dass ich genug Bitterstoffe bekomme, damit die Leber sich regenerieren kann, dazu sollte ich die Bittergurke essen. Dann wurde mir gezeigt, wie ich die Zutaten zubereiten sollte. Damals durfte ich Tofu schon essen. Zusammen mit vielen Gemüsen, Gewürzen und guten hochwertigen Ölen bereite ich auch heute noch jeden Tag mein Essen in der Wok-Pfanne zu.
Durften Sie auch Getreide essen?
Ja, Hirse und Buchweizen. Und von da an kam auch ein bisschen die Kraft zurück.
Waren Sie sozusagen stets in Kontakt, um sich zu vergewissern, ob Sie alles richtig machen?
Ja, wir haben immer wieder telefoniert oder uns getroffen, so dass ich berichten konnte, wie es mir geht. Und er hatte mir auch immer wieder gesagt, dass ich ganz langsam schauen muss, welche Zutaten ich zusätzlich vertrage.
Am Anfang haben Sie wahrscheinlich Körpergewicht verloren?
Ja, ich hatte viel abgenommen am Anfang. Ich war wirklich klapperdürr. Mittlerweile habe ich mein Normalgewicht.
Wie entwickelte sich Ihr Befinden in diesen ersten Monaten der Ernährungsumstellung?
Am deutlichsten habe ich es um Weihnachten 2009 herum bemerkt und im Januar. Da ging es wirklich bergauf.
Nach einem halben Jahr
mehr körperliche
und psychische Kraft
Was heißt das konkret?
Ich hatte deutlich mehr Kraft und Energie zur Verfügung. Auch meine Depressionen reduzierten sich um einiges.
Seit circa einem Jahr ernähren Sie sich nach diesen Richtlinien. Wie geht es Ihnen heute?
Wenn man bedenkt, dass ich ganz unten war, geht es mir gut. Doch arbeiten kann ich noch nicht wieder. Bis jetzt war ich krankgeschrieben, ich werde mich jedoch noch beurlauben lassen, weil ich mir noch nicht zutraue zu arbeiten. Ich habe einfach noch nicht so viel Kraft. In der Klinik sagte man mir schon, dass ich mindestens zwei Jahre brauchen werde, bis ich überhaupt wieder an Teilzeit denken kann. Das hängt damit zusammen, dass die Regenerationsfähigkeit des Körpers sehr niedrig war.
Wie hat sich das ausgewirkt? Woran erkennt man das?
Ich habe noch nicht einmal meinen Haushalt geschafft. Ich war fast nicht in der Lage, meine Tochter zu versorgen. Es war gut, dass sie damals schon so selbstständig war. Ich hatte Tage, da konnte ich für sie weder etwas zu Essen machen, noch einkaufen gehen, weil ich einfach so schlapp war, dass ich mich nicht auf den Füßen halten konnte.
Was wäre passiert, wenn Sie nicht diesen Klinikaufenthalt gehabt hätten und wenn Sie den Ernährungsexperten nicht getroffen hätten?
Man hätte mich wahrscheinlich mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Inzwischen nehme ich ja keine mehr. Ich hatte in der Klinik etwas davon genommen, doch dann habe ich relativ schnell damit aufgehört, weil mir klar war, dass das der falsche Weg ist.
Keine Psychopharmaka
mehr nötig
Haben Sie im Zuge dieser Ernährungsumstellung damit aufgehört oder schon vorher?
Im Zuge der Ernährungsumstellung habe ich damit aufgehört.
Also als Sie merkten, dass es Ihnen etwas besser ging, dass Sie stabiler werden?
Ja, genau.
Inwieweit haben sich Ihre Beschwerden in diesen zwölf Monaten verbessert?
Das Brennen im Mund und Hals besteht nicht mehr so stark. Das Aufstoßen ist bei weitem nicht mehr so häufig, sondern fast normal. Doch ich habe immer noch das Problem, dass der Magen zu schnell und zu viel Säure produziert. Also es ist nicht so, dass ich komplett gesund wäre. Es wird sicher auch so sein, dass ich immer wieder mal diese Symptome habe, weil die Problematik aufgrund des Zwerchfellbruchs ja auch organisch bedingt ist. Das können wir alleine mit der Ernährung nicht lösen, nur massiv lindern.
Wie hat sich Ihre Gesundheit in den letzten sechs Monaten seit Weihnachten entwickelt?
Meine Gesundheit stabilisiert sich weiter. Ich denke, der nächste Entwicklungsschritt wird kommen, wenn ich im September die einwöchige Darmreinigung bei Herrn Krebber mache. Davon verspreche ich mir viel.
Was sagt der Internist zu Ihrem jetzigen Zustand?
Der ist hellauf begeistert und war heilfroh, dass ich mir diesen Weg gesucht habe. Er arbeitet auch mit Homöopathie und Naturheilverfahren und meinte am Anfang meiner Ernährungsumstellung, das wäre das einzig Richtige. Er konnte mir da nur nicht weiterhelfen, weil das nicht sein Fachgebiet ist. Wobei ich sagen muss, dass der Gastroenterologe, der seinerzeit die Magenspiegelung gemacht hat, mich bezüglich der Ernährungsumstellung auch nur bestärkt hat.
*Name von der Redaktion geändert.
(Stand: Juni 2010)
Nähere Informationen finden Sie unter www.nahrungistmedizin.de.
Interview: Dagmar Heib
Anmerkung der Redaktion:
Auch wenn dieses Interview sehr beeindruckend ist, so bedeutet dies nicht, dass die erwähnte Behandlungsform das Nonplusultra für andere Betroffene darstellt. Wenn Sie betroffen sind, holen Sie sich bitte auf alle Fälle mehrere Meinungen von Ärzten und anderen Therapeuten ein. Bilden Sie sich ein eigenes Urteil!
Diese Internetseiten dienen dazu, Sie in Ihrer Urteilsfindung zu unterstützen. Es ist hilfreich auch über jene therapeutischen Möglichkeiten informiert zu sein, die im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen empfohlen werden, doch sehr wirksam sein können.
Das Buch zum Portal
Dies ist die Kurzfassung eines längeren Gesprächs mit den Betroffenen. Was diese Menschen erlebt haben, ist nicht nur sehr schmerzvoll - auch in psychischer Hinsicht - sondern stellt unser Gesundheitssystem in Frage. Darüberhinaus machen diese Berichte deutlich, dass sich jeder selbst über mögliche Therapieformen informieren sollte. Und oft ist es nötig bzw. hilfreich über Rücklagen zu verfügen, um alternative Therapien vorfinanzieren oder selbst bezahlen zu können, falls die Kasse nicht zahlt..
Die ausführlichen Gespräche werden in einem Buch nachzulesen sein. Wenn Sie sich in unseren Newsletter eintragen, erhalten Sie automatisch Kenntnis vom Erscheinungstermin.

