Es liegt jetzt 62 Jahre zurück, dass ich mit der Methode des Handauflegens Bekanntschaft machte. Es war in den frühen Nachkriegsjahren, als die Ernährung mager und schlecht war. Die Ärzte hatten wenige Medikamente, Antibiotika waren in der sowjetischen Besatzungszone nicht erhältlich. Im Alter von 12 Jahren bildete sich an meiner rechten Wange direkt am Nasenflügel ein sehr großer Furunkel, der stetig größer wurde und mit Eiter gefüllt war. Der Arzt schaute mehr oder weniger hilflos zu, wagte aber keinen Eingriff, da er fürchtete, Nerven zu beschädigen. So riefen meine Eltern eine Lehrerin aus dem Nachbarort, die bekannt war als „Wunderheilerin“. Ich musste mich auf ein Sofa legen, und sie legte eine ihrer Hände auf mein Gesicht. In der anderen Hand hielt sie eine Tasse. Es mag so 10 bis 15 Minuten gewährt haben, das Gesicht wurde richtig heiß. Dann brach plötzlich das Geschwür auf, das Eiter rann in die Tasse. Für mich war es damals ein Wunder, es gab keinerlei Nachwirkungen. Gleiches widerfuhr etwas später meiner Cousine, bei der ebenfalls ein Geschwür am Kopf behandelt und auf gleiche Weise geheilt wurde.
Hubertus Reh

