Wiederkehrende Halsschmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden. Auch dahinter kann sich eine schwerwiegende Krankheit verbergen
Dass Frau E. ihr Dasein nicht als Palliativpatientin fristen muss, hat sie einem Professor zu verdanken, der wegweisend in der Krebstherapie ist. Während der normalen Chemotherapie vergrößerte sich ihr Tumor im Hals und es entstanden Metastasen in der Lunge. Dank der Regionalen Chemotherapie ging das Tumorwachstum zurück und die Metastasen verschwanden.
Frau W., Ihre Mutter hat ein Tonsillenkarzinom. Was genau ist das?
Das bedeutet Krebs an der Gaumenmandel.
Wann war die Erstdiagnose?
Im Februar 2008, also vor eineinhalb Jahren.
Wie wurde der Krebs festgestellt?
Sie hat im Herbst 2007 immer Halsweh gehabt, ist jedoch nicht zum Arzt gegangen, sondern hat das mit Schmerztabletten mehr oder weniger unterdrückt. Im Februar 2008 hatten wir eine Familienfeier und da ist sie ohnmächtig geworden. Kurzfristig wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert und untersucht, man hat aber nichts Besonderes feststellen können. Sie war danach allerdings noch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt und der hat eine Gewebeprobe ins Krankenhaus eingeschickt. Kurz darauf hatten wir die Diagnose.
Was ist nach der Diagnose passiert?
Die Ärzte haben innerhalb einer Woche nach der Diagnose mit der Chemotherapie begonnen. Die hat sie über drei bis vier Monate erhalten. Danach haben sie eine Neckdissektion (aus dem engl. neck-dissection) gemacht, d. h. die ganzen Lymphknoten auf der rechten Halsseite wurden entfernt, der Außentumor und von innen wurde der Tumor mit Laser entfernt. Nach diesen Eingriffen hat sie drei Monate Pause gehabt und wieder zugenommen.
Die Chemotherapie bewirkte nichts mehr,
daher sollte sie auf die Palliativstation
Und dann wurden die Behandlungen wieder aufgenommen?
Ja, sie hat danach Bestrahlungen über sechs Wochen erhalten. Am Ende der ersten Strahlentherapie im November 2008 hat man uns dann gesagt, sie wäre jetzt wieder gesund, es wäre alles in Ordnung. Doch sie hat danach wieder soviel abgenommen, hat nur schwer schlucken können und fing wieder an mit Schmerztabletten.
Waren Sie deswegen nochmals in der Klinik?
Im Januar 2009 sind wir zur Nachuntersuchung hingefahren. Und die haben auch sofort festgestellt, dass da wieder ein Tumor nachgewachsen ist. Daraufhin musste sie sich wieder einer Chemotherapie unterziehen. Das ging über den ganzen Sommer 2009. Mitte August haben sie die Behandlung jedoch abgebrochen, weil die Chemotherapie überhaupt nicht mehr angeschlagen hat. Es haben sich weitere Läsionen gebildet, also der Tumor hat sich auf den Mundboden ausgebreitet. Und sie hatte Metastasen in der Lunge.
Was haben die Ärzte dann geraten?
Sie haben uns geraten meine Mutter auf die Palliativstation zu verlegen.
Also, dass sie mit Schmerzmitteln versehen dort ihre letzten Tage, Wochen oder Monate verbringt.
Genau.
Dann sind Sie aber noch auf eine andere Lösung gekommen?
Ja, ich hatte im Januar 2009 – noch vor der Nachuntersuchung – um die Mittagszeit eine Reportage im Fernsehen gesehen und darin wurde über Professor Aigner und das Medias Klinikum berichtet. Das hatte ich noch so im Kopf, man wird ja hellhörig, wenn man soviel mit Krebs zu tun hat. Ich habe dann im Internet danach gesucht und mich sofort mit denen in Verbindung gesetzt.
Was hat der Erstkontakt ergeben?
Wir waren umgehend vor Ort zum Vorgespräch. Meine Mutter war nicht dabei, sie hatte eine Panikattacke bekommen. Und so haben wir das Gespräch mit dem Professor gehabt, haben uns dort alles angeschaut und hatten einen guten Eindruck.
Konnte sie gleich aufgenommen werden?
Sie ist seit 14. September dort in Behandlung. Und jetzt waren wir gerade zum dritten Mal da.
Und sie erhält die Regionale Chemotherapie?
Ja, zunächst bekam sie die Behandlung mit einem Ballonkatheter und jetzt die Regionale Chemotherapie mit dem arteriellen Port.
Dank der Regionalen Chemotherapie
geht es ihr recht gut,
sie ist zu Hause bei ihrer Familie
Wie geht es ihr?
Es geht ihr relativ gut. Sie hat das Gefühl, sie hat an der Halsseite wieder mehr Platz. Und mit Schmerztabletten haben sie sie recht gut eingestellt, denn was sie vorher verschrieben bekommen hat, hat nicht mehr gewirkt. Im Übrigen braucht sie nach der Therapie insgesamt viel weniger Schmerzmittel.
Doch sie kann jetzt nicht mit mir sprechen, weil ihr das Sprechen noch schwerfällt?
Sie ist ziemlich verschleimt und spricht daher recht undeutlich. Doch immerhin kann sie sich jetzt verständlich machen, vor der Regionalen Chemotherapie konnte sie gar nicht mehr sprechen.
Nun waren Sie gerade zur dritten Behandlung dort?
Ja, in Burghausen haben sie auch gleich das Ohr behandelt, auf dem sie so schlecht gehört hat. Das war anscheinend noch eine Nebenwirkung von den Bestrahlungen gewesen. Jetzt hört sie wieder besser. Und die Ergebnisse insgesamt waren sehr positiv: Die Metastasen in der Lunge sind nicht mehr da. Sie soll aber nach der sechsten Behandlung, das wäre Mitte Februar 2010, eine PET-Computertomographie machen, das ist genauer. Denn man kann beim Halsgewebe nicht sagen, ob das Narbengewebe ist oder ob der Tumor gleich gross geblieben ist. Doch die Metastasen sind weg und der Tumor ist auch nicht weiter gewachsen. Das ist ein viel besseres Ergebnis, als bei uns im Krankenhaus. Da war es ja genau umgekehrt. Der Tumor ist dort während der Chemo größer geworden und die Metastasen sind überhaupt erst während der Chemo entstanden.
Wie geht es weiter, wie sieht die Perspektive aus?
Sie bekommt im Januar wieder eine Regionale Chemotherapie und im Februar. Und dann wird abschließend eben dieses PET-CT gemacht, dann wird verglichen. Und dann vielleicht noch weiter behandelt, damit nichts Neues entsteht. Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden und dankbar.
(Stand: Dezember 2009)
Mehr Informationen über die Behandlung mit der Regionalen Chemotherapie
Interview: Dagmar Heib
Anmerkung der Redaktion:
Auch wenn dieses Interview sehr beeindruckend ist, so bedeutet dies nicht, dass die erwähnte Behandlungsform das Nonplusultra für andere Betroffene darstellt. Wenn Sie betroffen sind, holen Sie sich bitte auf alle Fälle mehrere Meinungen von Ärzten und anderen Therapeuten ein. Bilden Sie sich ein eigenes Urteil!
Diese Internetseiten dienen dazu, Sie in Ihrer Urteilsfindung zu unterstützen. Es ist hilfreich auch über jene therapeutischen Möglichkeiten informiert zu sein, die im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen empfohlen werden, doch sehr wirksam sein können.
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