In 80 % der Fälle lässt sich die genaue Ursache von Entwicklungsverzögerungen bei Kindern nicht feststellen
Schreiattacken und keinen Antrieb sprechen und laufen zu lernen, das prägte den Alltag mit der zweijährigen Maja. Kein Therapeut konnte helfen. Erst ein Heilpraktiker, der die Hände auflegt, konnte Wesentliches bewirken. Warum das Kind eine Entwicklungsverzögerung hat, ließ sich nie feststellen.
Frau H., wann hat man festgestellt, dass etwas nicht stimmt mit Ihrer Tochter?
Bei den ersten beiden Vorsorgeuntersuchungen, die noch im Krankenhaus gemacht wurden, war alles in Ordnung. Doch bei der dritten Vorsorgeuntersuchung (U3), als Maja sechs Wochen alt war, gab es das Problem, dass der Kinderarzt die Reflexe nicht testen konnte, weil sie so unter Spannung war.
Was geschah dann?
Wir waren total geschockt, weil der Arzt diese U3 abgebrochen hat. Dann hat er eine Blutuntersuchung gemacht und dabei wurde festgestellt, dass Maja eine Schilddrüsenunterfunktion hat. Darüberhinaus waren wir Ende November 2007 zu einem MRT (Red. Magnetresonanztomographie) vom Kopf. Da hat man jedoch nichts Auffälliges festgestellt. Man sagte uns, wir sollen in einem halben Jahr noch einmal wiederkommen, um zu sehen, ob das Gehirn mitwächst.
Warum haben die Ärzte das prüfen wollen, ob das Gehirn mitwächst?
Sie haben sich immer daran gestoßen, dass Maja einen sehr schmalen Kopf hat.
Sie haben danach noch weitere Untersuchungen gemacht?
Ja, verschiedenste, u.a. haben wir die Gehirnströme messen lassen, doch man konnte nichts feststellen.
Warum war dieser Aufwand an Therapie nötig, was stimmte mit Maja nicht zu dieser Zeit?
Der Oberbegriff ist Entwicklungsverzögerung: Sie konnte nicht laufen und hat auch keinen Antrieb gehabt, das zu lernen. Sie schrie sehr viel, niemand außer mir durfte sie auf den Arm nehmen. Also da gab es Kontaktprobleme. Sie hat sich wenig für ihre Umgebung interessiert, wenn ihr jemand etwas hingehalten hat, hat sie sich weggedreht. Sie hat keine Anstalten gemacht sprechen zu lernen, und konnte nur Mama, Papa, Oma und Opa sagen. Und sie war ständig krank, hatte immer wieder Infekte.
Haben Sie prüfen lassen, ob ein genetischer Defekt vorliegt?
Ja, das konnte ausgeschlossen werden.
Wie ging es weiter?
Wir waren u.a. im Kinderzentrum. Alle halbe Jahre wird dort eine Entwicklungskontrolle durchgeführt. Dort sagte man uns, dass bei 80 % der Kinder, die an Entwicklungsverzögerungen leiden, keine Ursache festzustellen ist. Also sie wollten uns verdeutlichen, dass wir uns damit abfinden sollten.
Doch das konnten Sie nicht?
Nein, das kann man als Mutter nicht. Man versucht, sich an jeden Strohhalm zu klammern und sucht nach Lösungen.
Haben Sie Maja impfen lassen?
Wir haben erst dieses Jahr alle Impfungen nachgeholt.
Und vorher ist sie nicht geimpft worden?
Einmal, da war sie ein halbes Jahr und mal für einen Moment infektfrei.
Sie fanden schließlich eine hilfreiche Adresse?
In einer Zeitschrift las ich wie der Heilpraktiker Ralf Drevermann einem kleinen Mädchen, das auch an Entwicklungsverzögerungen litt, sehr geholfen hat. Daraufhin rief ich in seiner Praxis an. Am 12. August 2009 hatten wir unseren ersten Termin. Ich bin da mit voller Erwartung hingefahren und hoffte, dass er uns nun wirklich helfen kann.
Wie hat er reagiert?
Also ehrlich gesagt hat er uns ein bisschen runtergeholt und sagte, „wir müssen erst einmal gucken, wie die Behandlung bei Maja anschlägt.“ Und so sind wir über fünf Wochen lang einmal die Woche dorthin gefahren.
Wie hat der Heilpraktiker behandelt?
Er hat die Hände aufgelegt.
Wie hat Maja reagiert?
Sie hatte offenbar Vertrauen, sie hat es sich gut gefallen lassen. Also von Kontaktproblemen war in diesem Moment nichts zu spüren.
Sie waren also über fünf Wochen da – und dann?
Dann haben wir eine Pause von vier Wochen gemacht, weil er sagte, das wirkt noch nach. Und zur Zeit sind wir wieder über fünf Wochen einmal die Woche dort. Ich denke, wir machen dann in 2010 weiter.
Wie geht es Maja jetzt?
Maja ist wie ausgewechselt. Sie war vorher nie bei meinem Vater, ihrem Opa, auf dem Arm, jetzt ist das kein Problem mehr. Es ist, als wenn ein Schalter umgelegt worden wäre; sie wurde freier, sie wurde offener für ihre Umgebung, interessiert sich seitdem wesentlich mehr, wenn ihr jemand etwas gibt. Früher hat sie sich immer gleich weggedreht. Sie klammert sich auch nicht mehr an mir fest. Laufen konnte sie ja noch nie, doch jetzt rollt sie gezielt durch die Gegend. Sie fängt auch an, dass sie sich auf der Hand abstützt, nicht mehr auf dem Unterarm.
Man kann sagen, Maja war im August 2009 in ihrer Entwicklung zwölf bis fünfzehn Monate zurück?
Genau. Doch mittlerweile ist es schon eine wesentliche Erleichterung, ich kann sie jetzt wenigstens mal abgeben, sodass sie jemand Anderer auf dem Arm hat. Also vorher war meine Schwiegermutter die einzige Person, bei der Maja noch auf dem Arm sein konnte. Bei anderen fing sie gleich an zu schreien. Und das war irgendwie nach dieser Behandlung bei dem Heilpraktiker weg. Sogar Menschen, die sie erst kurz vorher kennengelernt hat, mit denen hat sie auf einmal ganz zufrieden gespielt.
Kann man sagen, dass sie nach den Behandlungen einen Entwicklungssprung gemacht hat?
Ja. Es war auch vorher so, dass, wenn man sie etwas gefragt hat, dann wussten wir nie, ob sie das nun verstanden hat. Sie sprach nicht. Und auf einmal zeigte sie auf Dinge und sagte „da“, wenn sie sie haben wollte. Wir konnten sie auch fragen, wo ihre Schwester ist. Also es ist jetzt nicht so, dass sie sprechen lernt, doch sie scheint viel mehr zu verstehen und sich besser ausdrücken zu können. Die Frühförderung sagte auch, dass Maja einen unglaublichen Schub gemacht hat, von der körperlichen und geistigen Entwicklung her.
Ist es geplant, dass Maja in den Kindergarten geht?
Wir hatten sie in einem Integrationskindergarten angemeldet, doch da sind wir noch davon ausgegangen, dass sie vielleicht Ende des Jahres laufen kann. Wir möchten sie jedoch nicht unter Druck setzen, deswegen wird sie nächstes Jahr in die Lebenshilfe gehen. Da sind die Gruppen zudem kleiner und den Kindern werden mehr Möglichkeiten geboten: Heilpädagogisches Reiten, Schwimmen, je nachdem, welche Beeinträchtigungen sie haben.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir setzen die Behandlungen bei dem Heilpraktiker fort, weil er eben der einzige ist, der bislang Enormes bewegt hat. Wir finden auch gut, dass er nicht nur Geistheiler ist, sondern auch die Heilpraktiker-Ausbildung hat. Da glauben wir mehr, dass er weiß was er tut, als wenn jemand nur die Hände auflegt und von der Anatomie und dem Geschehen im Körper nicht so viel weiß. Und ehrlich gesagt, uns hat in dem Artikel auch imponiert, dass er sagte, er arbeitet gerne mit Ärzten zusammen. Das fanden wir gut, dass er sich auch andere Meinungen anhört.
*Name von der Redaktion geändert.
(Stand: November 2009)
Informationen über den Heiler finden Sie unter
Interview: Dagmar Heib
Anmerkung der Redaktion:
Auch wenn dieses Interview sehr beeindruckend ist, so bedeutet dies nicht, dass die erwähnte Behandlungsform das Nonplusultra für andere Betroffene darstellt. Wenn Sie betroffen sind, holen Sie sich bitte auf alle Fälle mehrere Meinungen von Ärzten und anderen Therapeuten ein. Bilden Sie sich ein eigenes Urteil!
Diese Internetseiten dienen dazu, Sie in Ihrer Urteilsfindung zu unterstützen. Es ist hilfreich auch über jene therapeutischen Möglichkeiten informiert zu sein, die im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen empfohlen werden, doch sehr wirksam sein können.
Das Buch zum Portal
Dies ist die Kurzfassung eines längeren Gesprächs mit den Betroffenen. Was diese Menschen erlebt haben, ist nicht nur sehr schmerzvoll - auch in psychischer Hinsicht - sondern stellt unser Gesundheitssystem in Frage. Darüberhinaus machen diese Berichte deutlich, dass sich jeder selbst über mögliche Therapieformen informieren sollte. Und oft ist es nötig bzw. hilfreich über Rücklagen zu verfügen, um alternative Therapien vorfinanzieren oder selbst bezahlen zu können, falls die Kasse nicht zahlt..
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