„Mama, wann kann ich laufen?“

Der fünfjährige Eric würde zu gerne mit den anderen Kindern mitlaufen. Doch im Moment kann er nur an der Hand seiner Mutter gehen. Warum er eine Entwicklungsverzögerung hat, darauf fand kein Arzt eine Antwort.


Entwicklungsverzögerungen bei Kindern können Folge von vielfältigen Schädigungen des Gehirns während der Schwangerschaft, der Geburt oder in der frühen Kindheit sein

Entwicklungsverzögerungen bei Kindern können Folge von vielfältigen Schädigungen des Gehirns während der Schwangerschaft, der Geburt oder in der frühen Kindheit sein

Noch vor wenigen Monaten entsprach die Entwicklung des fünfjährigen Eric die eines Einjährigen. Er konnte nicht laufen. Wenn er irgendwo hochkrabbeln wollte, rutschte er hinunter. Ständig musste seine Mutter ihm helfen. Jetzt holt Eric langsam auf. Zu verdanken ist das einer Behandlungsserie bei einem Heilpraktiker. Davor hatte die Familie unterschiedlichste Therapeuten aufgesucht, ohne Erfolg.

Frau O., wegen Ihres Sohnes haben Sie die verschiedensten Ärzte und Heilpraktiker aufgesucht. Welche Beschwerden hatte Eric?

Eric hat eine Mitochondriopathie, also eine Muskelschwäche. Und bei der Geburt wurde ihm der 1. Halswirbel ausgerenkt. Das hatte zur Folge, dass er sich mit neun Monaten immer noch nicht bewegt hat. Eric hat einen Zwillingsbruder, der konnte mit zehn Monaten laufen und hat sich ganz normal entwickelt. Und Eric konnte noch nichts. Dann bin ich von Arzt zu Arzt gegangen und habe gefragt, was mit meinem Kind sein könnte. Dort erhielt ich allerdings nur Kommentare wie: „Mit Ihrem Kind ist alles in Ordnung, der entwickelt sich bloß später.“

Wie ist das geschehen, dass bei der Geburt der 1. Halswirbel ausgerenkt wurde?

Das hat keiner mitbekommen. Und später hat man ihm die Lunge geröntgt und nicht die Wirbel oder die Wirbelsäule.

Woran hatten Sie gemerkt, dass er einen ausgerenkten Wirbel hat?

Als wir wegen der Entwicklungsverzögerung diverse Therapeuten aufgesucht hatten, hat ein Osteopath in unserer Stadt zum ersten Mal gesagt, woran es liegen könnte: Und zwar, dass der Atlas, also der 1. Halswirbel, ausgerenkt ist. Er hat sich aber nicht getraut den Wirbel zu korrigieren, weil er keine Erfahrung mit so kleinen Kindern hatte. Wir haben seine Diagnose dann noch einmal von seinem Mentor, einem Schweizer Professor für Osteopathie, bestätigen lassen.

Was hatte dieser ausgerenkte Wirbel für Folgen?

Zum einen denken wir, dass diese körperliche Entwicklungsverzögerung eine Folge davon ist. Zum anderen hatte Eric damals Schluckbeschwerden und erbrach seine Nahrung.

Wann wurde der Wirbel eingerenkt?

2005, da war Eric ein Jahr alt. Ein Sportmediziner und Chiropraktiker hat das dann schlussendlich gemacht.

War das so einfach möglich?

Also es muss Eric ganz schön weh getan haben. Der Chiropraktiker ist übrigens der einzige weit und breit, der sich an Kinder heranwagt. Viele Chiropraktiker trauen sich gar nicht Kinder anzufassen.

Wie ging es Eric danach?

Er isst seitdem normal. Allerdings kann er durch die „Mito“ (Red.: Abkürzung für „Mitochondiopathie“), also die Stoffwechselerkrankung, die Nahrung nicht richtig umsetzen. Er ist viel dünner als sein Bruder, allerdings nicht mager.

Wie wurde die Mitochondriopathie festgestellt?

Eigentlich durch Zufall: Wegen der Entwicklungsverzögerung hatten wir eine Muskelbiopsie machen lassen, da stellte sich das heraus. Die Muskelschwäche steht aber nicht in Zusammenhang mit dem 1. Halswirbel, der ausgerenkt war. – Ich muss auch sagen, als wir Ärzte aufsuchten, um uns zu erkundigen, warum unser Sohn sich so spät entwickelt, haben wir verschwiegen, dass er diese Muskelschwäche hat. Denn sonst hätten viele gesagt: „Ist ja klar, dass er nicht laufen kann, wenn er eine Muskelschwäche hat“, und hätten gar nichts gemacht. Wir haben nur immer gesagt, dass er nicht laufen kann und Gleichgewichtsprobleme hat. Und so haben wir uns einen Therapeuten nach dem anderen gesucht, doch keiner konnte helfen.

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Was sind die Ursachen der Mitochondriopathie?

Das ist ein Gendefekt. Mir hat man gesagt, das ist eine Laune der Natur. Der Gendefekt kann aber nur von der mütterlichen Seite her vererbt werden.

Was macht das mit Ihnen?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich Schuldgefühle, obwohl ich auch nicht weiß, wie ich das hätte verhindern können.

Was haben die Ärzte zu den Heilungsmöglichkeiten der Mitochondriopathie gesagt?

Wenn es nach denen ging, wäre Eric schon nicht mehr unter uns. Die meinten, er würde maximal drei oder vier Jahre alt.

Wer hat das aufgrund welcher Untersuchung gesagt?

Der Professor der Uniklinik teilte mir das nach der Muskelbiopsie mit, weil ich wissen wollte, wie die Diagnose denn nun lauten würde. Es handelt sich um eine sehr seltene Krankheit, sagte er. – Wir haben sogar von einem Jungen gehört, der das auch hatte und mit einer Stoffwechselentgleisung auf die Intensivstation eingeliefert wurde, weil die Eltern sich die Medikamente nicht mehr leisten konnten. Dort ist er dann 2007 verstorben. Die Eltern waren zum Schluss Hartz-IV-Empfänger, weil sie beide ihre Arbeit verloren hatten. Es ist ein seltsames System den Eltern nicht zu helfen: Der Aufenthalt des Jungen auf der Intensivstation hat ja etliche Tausend Euro gekostet. Diese Kosten hat die Kasse dann übernommen. Doch dann hätten sie den Eltern doch gleich die Medikamente bezahlen können, dann würde der Junge noch leben.

Sie haben schließlich jemanden gefunden, der Ihnen weitergeholfen hat?

Ja, seit Anfang Oktober 2009 sind wir mit Eric in Behandlung bei dem Heilpraktiker Ralf Drevermann.

Wie haben Sie von ihm erfahren?

Durch einen Artikel in einer Zeitschrift, die in einem Wartezimmer auslag.

Was ist das für eine Behandlung, die Sie Eric dort geben lassen?

Der Heilpraktiker legt Eric die Hände auf.

Wie sind die Ergebnisse?

Also wir sind für eine Woche dorthin gefahren, damit Eric jeden Tag behandelt werden konnte. Der erste Behandlungstag war ein Montag. Und am Mittwoch, als Eric auf einem nahegelegenen Spielplatz war, fiel mir auf, dass er alleine die Treppe von der Rutsche hochkrabbeln konnte. Das war vorher nicht möglich. Früher musste ich ihm helfen, weil er dauernd weggerutscht war oder zur Seite fiel.

Sie waren eine Woche dort, das ist jetzt acht Wochen her. Wie geht es Eric heute?

Es ist erstaunlich, er kann jetzt an der Hand laufen, das konnte er vorher nicht. Also es muss sich in Bezug auf den Gleichgewichtssinn einiges verbessert haben. Und die gesamte Motorik, auch die Feinmotorik ist sehr viel besser geworden: Er fädelt jetzt sogar Perlen auf eine Schnur auf, daran war vorher nicht zu denken. Und er fährt jetzt Fahrrad, zwar eines mit Stützrädern, doch immerhin. Das ist auch erst seit dieser ersten Behandlungswoche möglich. Und er fährt total sicher, rutscht nicht herunter, sondern hält sein Gleichgewicht gut. Vorher mussten wir ihn an mehreren Stellen des Körpers festschnallen, wenn er irgendwo drauf sass, weil er ständig heruntergerutscht ist.

Und die Verbesserungen sind nachhaltig?

Wenn er vom Kindergarten kommt oder von der Therapie, dann merkt man schon, dass er jetzt erschöpft ist, dann fällt er wieder ein bisschen zurück, die Koordination ist dann nicht mehr so gut. Doch ich denke, das ist in Anbetracht seiner Muskelschwäche normal. Im Großen und Ganzen hat diese letzte Behandlung viel gebracht. Es ist nur schade, dass wir nicht zwei Mal die Woche dorthin fahren können, denn die Praxis ist von uns 600 km entfernt.

Werden Sie die Behandlungen fortsetzen?

Ja, ich denke, im Frühjahr werden wir wieder hinfahren für eine Woche.

Bei Eric ist es ja so, dass die Beeinträchtigungen rein körperlich sind, geistig ist er völlig normal?

Ja richtig, geistig ist er total fit. Er hat auch einen starken Willen und die Geduld. Wenn er nicht wollen würde, dann könnten wir diese ganzen Bemühungen gar nicht machen. – Allerdings ist es schon manchmal schwer, ihm das zu erklären. Er fragt oft: „Mama, wann kann ich laufen?“ Dann kann ich auch nur sagen: „Bald“, denn ich weiß es ja nicht, wann er laufen kann. Er ist jetzt fünf und ich hoffe, wenn er zur Schule geht, dann ist er so weit.

Ihre Bemühungen gehen dahin, dass Eric so normal wie möglich ist, wenn er eingeschult wird?

Ja, die beiden werden 2011 eingeschult, dann sind sie fast sieben Jahre alt. Ich habe die Hoffnung, dass sich sein Zustand noch verbessern lässt durch weitere Behandlungen. Übrigens ist es seit den Behandlungen bei Herrn Drevermann mit den Kindern hier jetzt viel entspannter dadurch, dass Eric jetzt viel mehr Dinge alleine kann und nicht mehr ständig umfällt.


*Name von der Redaktion geändert.

(Stand: Dezember 2009)

Informationen über den Heiler finden Sie unter

www.ralfdrevermann.de

Interview: Dagmar Heib

Anmerkung der Redaktion:

Auch wenn dieses Interview sehr beeindruckend ist, so bedeutet dies nicht, dass die erwähnte Behandlungsform das Nonplusultra für andere Betroffene darstellt. Wenn Sie betroffen sind, holen Sie sich bitte auf alle Fälle mehrere Meinungen von Ärzten und anderen Therapeuten ein. Bilden Sie sich ein eigenes Urteil!

Diese Internetseiten dienen dazu, Sie in Ihrer Urteilsfindung zu unterstützen. Es ist hilfreich auch über jene therapeutischen Möglichkeiten informiert zu sein, die im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen empfohlen werden, doch sehr wirksam sein können.

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Dies ist die Kurzfassung eines längeren Gesprächs mit den Betroffenen. Was diese Menschen erlebt haben, ist nicht nur sehr schmerzvoll - auch in psychischer Hinsicht - sondern stellt unser Gesundheitssystem in Frage. Darüberhinaus machen diese Berichte deutlich, dass sich jeder selbst über mögliche Therapieformen informieren sollte. Und oft ist es nötig bzw. hilfreich über Rücklagen zu verfügen, um alternative Therapien vorfinanzieren oder selbst bezahlen zu können, falls die Kasse nicht zahlt..

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Darunter versteht man eine Erkrankung der Mitochondrien. Mitochondrien kommen in allen Zellen vor, ausgenoommen in den Erythrozyten. In den Mitochondrien finden verschiedenste Reaktionen der Atmungskette, des Citratzyklus und vielfältige Stoffwechselreaktionen statt. Die Anzahl der Mitochondrien pro Zelle variiert sehr. Es hängt davon ab, ob eine Zelle einen hohen Sauerstoffverbrauch aufweist, oder nicht. Zellen des Herzmuskelgewebes haben zum Beispiel eine besonders hohe Anzahl an Mitochondrien.

Eine Mitochondriopathie ist eine Erkrankung der Mitochondrien. Die Krankheit kann viele Organsysteme betreffen, meist wirkt sich die Krankheit besonders auf das Gehirn und die Muskulator aus.

Es handelt sich um eine Erbkrankheit, die nur durch die Mutter übertragen werden kann.

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